5 Pflanzen, die das sexuelle Verlangen und die Erektion beim Mann stimulieren

In allen Zivilisationen war die Geschichte der Menschheit schon immer eng mit dem Wissen und der Anwendung von aphrodisierenden Pflanzen verbunden. Aphrodisiaka, die ihren Namen von der griechischen Liebesgöttin Aphrodite haben, sind Lebensmittel, Pflanzen oder Substanzen, die das Verlangen wecken und steigern und die sexuelle Leistungsfähigkeit und Erfahrung verbessern (1).

Als in den 90ern Jahren das Medikament Viagra (Sildenafil-Citrat) auf den Markt kam, um Erektionsstörungen beim Mann zu behandeln, löste es eine wahre Revolution sowie eine hohe Nachfrage bei Männern auf der ganzen Welt aus. Doch im Laufe der Jahre hat der übermäßige Gebrauch der „blauen Pille“ zu Kontroversen geführt, da sie mit unerwünschten Nebenwirkungen in Verbindung gebracht wird (2). Es gibt Alternativen. Sicher ist, dass seit Jahrhunderten zahlreiche Pflanzenarten bekannt sind, die als natürliches Viagra verwendet werden, weil sie die Fähigkeit haben, die Libido (bei Männern und Frauen) und die Ausdauer beim Liebesspiel zu steigern und den Testosteronspiegel und die Erektion zu verbessern. Diese Wirkungen sind heute wissenschaftlich bestätigt.

Liebesleben: Qualität und Quantität

Für Menschen ist die Qualität ihrer sexuellen Beziehungen ebenso wichtig wie ihre Quantität bzw. Häufigkeit. Manchmal werden diese sexuellen Beziehungen durch psychologische wie auch körperliche Faktoren beeinträchtigt, die nach und nach das Verlangen und die Orgasmusfähigkeit reduzieren und sich auch auf das Selbstbewusstsein von Menschen auswirken. Das kann sich in der Vermeidung sexueller Begegnungen, in Paar- oder Beziehungsproblemen oder in einem mangelnden sexuellen Verlangen äußern. Ob in Asien, Afrika oder in Europa: Menschen haben schon immer in der Natur nach Lösungen gesucht, die ihnen dabei helfen, die Qualität und Häufigkeit ihrer sexuellen Beziehungen zu verbessern (3). Laut Studien gibt es Pflanzen für die Erektion und Pflanzen für die Steigerung des sexuellen Verlangens.

Doch neben der Pflanzentherapie können auch bestimmte Risikofaktoren in Verbindung mit Erektionsstörungen oder die Unfähigkeit, eine Erektion zu halten, die sexuellen Beziehungen beeinflussen. Impotenz steht in Verbindung mit Diabetes mellitus, Arteriosklerose, hohen Blutfettwerten (Cholesterin, Triglyzeride), hohem Blutdruck oder dem übermäßigen Konsum von Zigaretten und Alkohol (4) (5). Schätzungsweise 20-30 Millionen Männer sind von einer Form der sexuellen Funktionsstörung betroffen (6).

Nährstoffe und Pflanzen für eine bessere Erektion

Das männliche Glied erigiert, wenn sich die glatte Penismuskulatur entspannt, wofür das Nervensystem verantwortlich ist. Auch ermöglicht vermutlich eine erhöhte Konzentration von Stickstoffmonoxid (NO), ein natürlicher gefäßerweiternder Botenstoff, dass sich der Penis mit Blut füllt (7). Für die Produktion von Stickstoffmonoxid werden die Aminosäure L-Arginin, eine Vorstufe von Stickstoffmonoxid, und ein Enzymkatalysator, die Stickstoffmonoxidsynthase, benötigt (8). Deshalb scheinen eine angemessene Zufuhr von L-Arginin über die Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel wie auch Pflanzen, die die NO-Synthese anregen, gute Strategien zu sein, um Erektionsstörungen zu verbessern. Wissenschaftliche Daten zeigen, dass Nahrungsergänzungsmittel mit L-Arginin bei Patienten mit leichten bis moderaten Erektionsstörungen wirksam und sicher sind (9) (10).

Außerdem wurden Dutzende von Pflanzenarten aus unterschiedlichen Kulturen und Ländern untersucht, die traditionell als natürliche Aphrodisiaka verwendet werden. Jedoch liegen nicht für alle Pflanzen wissenschaftliche Daten vor. Gute Ergebnisse bei Erektionsstörungen wurden mit Panax ginseng und einigen pflanzlichen Kombinationen mit Bestandteilen wie Maca, Ginseng oder Tribulus (11( (12) erzielt.

Maca (Lepidium meyenii) ist eine Wurzel, die auf einer Höhe von 3000 Metern wächst, aus den Anden stammt und traditionell aufgrund ihrer kräftigenden und aphrodisierenden Eigenschaften verwendet wird (13). Studien haben gezeigt, dass das Trockenextrakt der Maca-Wurzel (14) die körperliche Leistungsfähigkeit und die sexuelle Gesundheit bei erwachsenen Männern mit Erektionsstörungen fördert. Diese Ergebnisse stehen mit der Fähigkeit der Maca-Pflanze in Verbindung, die Stickstoffmonoxid-(NO)-Konzentration im Penis (15) zu erhöhen, ein Stoff, der die Durchblutung fördert. Weitere Studien weisen auf die mögliche Wirksamkeit der Maca-Pflanze hin, die Qualität und Beweglichkeit der Spermien zu verbessern (16) (17).

Seit der Antike ist in der traditionellen chinesischen wie auch indischen Medizin (Ayurveda) der Burzeldorn oder Tribulus (Tribulus terrestris) als wirkungsvolles Aphrodisiakum bekannt (18). Studien zeigen positive Wirkungen bei Männern mit leichten bis moderaten Erektionsstörungen und eine Verbesserung der sexuellen Leistungsfähigkeit, Orgasmusfähigkeit und des sexuellen Verlangens (19). Diese Pflanze bietet eine hohe Konzentration an steroidalen Saponinen (20), vor allem wenn sie in Extrakten titriert  werden. Diese natürlichen Substanzen regen die in den Hoden vorhandenen Leydig-Zellen an, um die Testosteronproduktion zu steigern. Dieses wichtige Hormon trägt nicht nur zu einer gesunden Libido bei und verbessert die sexuelle Leistungsfähigkeit, sondern regt auch den Muskelaufbau an und kann die Gewichtsabnahme unterstützen (21) (22).

Bockshornkleesamen (Trigonella foenum-graecum L) können sich wirksam bei der Kontrolle bestimmter Risikofaktoren erweisen, die eine Erektionsstörung begünstigen können, zum Beispiel ein erhöhter Cholesterinspiegel oder Diabetes. Zudem haben zahlreiche Studien ihre antioxidierende und entzündungshemmende Wirkung nachgewiesen (23) (24) (25).

Pflanzen für die Steigerung des sexuellen Verlangens

Beim Sex geht es um mehr als nur um die Erektion des Penis. Sexuelles Verlangen, der Hormonspiegel und ein gesundes Nervensystem sowie körperliches Wohlbefinden, äußere Reize wie Gerüche oder Berührungen und auch geistige Anregungen sind für ein erfüllendes Sexleben wichtig.

Die traditionelle Medizin setzt Damiana (Turnera diffusa) als Aphrodisiakum ein. Vorstudien lassen vermuten, dass Flavonoide, Koffein oder Arbutin, die in einem konzentrierten Extrakt vorhanden sind, das sexuelle Verlangen steigern und die Regeneration nach der Ejakulation begünstigen können (26) (27).

Wenn es darum geht, Müdigkeit zu bekämpfen und die sexuelle Leistungsfähigkeit zu steigern, ist Panax ginseng (28) sehr gut geeignet. Tierstudien haben gezeigt, dass koreanischer Ginseng die Libido und sexuelle Leistungsfähigkeit verbessert (29) und bei Männern fortgeschrittenen Alters eine entzündungshemmende Wirkung bei einer Prostataentzündung entfalten (30).

Guter Sex ein Leben lang

Sie können Ihr ganzes Leben lang ein erfülltes Sexleben haben, indem Sie Nährstoffe, Pflanzen und Extrakte zu Hilfe nehmen, die die Gefäße erweitern, wie zum Beispiel L-Arginin (eine Aminosäure und NO-Vorstufe), Müdigkeit und Abgeschlagenheit mit Panax ginseng bekämpfen (vor allem wenn diese in Ginsenoiden konzentriert sind) oder mit Tribulusextrakt, der die richtige Konzentration an Saponinen (40 %) enthält, Ihre sexuelle Leistungsfähigkeit und Libido steigern.  So kann die richtige Kombination unterschiedlicher Extrakte und Nährstoffe bei allen Formen der Impotenz oder verringerter Libido helfen. Außerdem gewinnen Sie wieder mehr Selbstbewusstsein und steigern Ihr Verlangen sowie Ihre sexuelle Leistungsfähigkeit und können so mithilfe pflanzlicher Extrakte ein erfülltes Sexleben genießen.

Vorsichtsmaßnahmen: Die beschriebenen Extrakte sind allein für Erwachsene bestimmt. Bei gleichzeitiger Einnahme von Antikoagulantien oder bei Erkrankungen suchen Sie bitte vor der alleinigen oder kombinierten Einnahme dieser Extrakte einen Arzt auf.

Quellenangaben

(1) Exploring scientifically proven herbal aphrodisiacs, Sabna Kotta, Shahid H. Ansari and Javed Ali https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3731873/

(2) Sildenafil-associated hepatoxicity: a review of the literature. Graziano S, Montana A, Zaami S, Rotolo MC, Minutillo A, Busardò FP, Marinelli E. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28379598

(3) Aphrodisiacs past and present: a historical review. Sandroni P. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11758796/

(4) Impotence and its medical and psychosocial correlates: results of the Massachusetts Male Aging Study. Feldman HA, Goldstein I, Hatzichristou DG, Krane RJ, McKinlay JB. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8254833/

(5) [Epidemiology and age-related risk factors of erectile dysfunction] Mock K. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10746286

(6) The etiology of erectile dysfunction and mechanisms by which drugs improve erection. Gallé G, Trummer H. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12730703/

(7) Nitric oxide in the penis: physiology and pathology. Burnett AL https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8976289/

(8) The role of nitric oxide in penile erection. Cartledge J1, Minhas S, Eardley I. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11336572

(9) The Potential Role of Arginine Supplements on Erectile Dysfunction: A Systemic Review and Meta-Analysis. Chang Rhim H, Kim MS, Park YJ, Choi WS, Park HK, Kim HG, Kim A, Paick SH. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30770070

(10) Treatment of erectile dysfunction with pycnogenol and L-arginine. Stanislavov R1, Nikolova V. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12851125

(11) Herbal Dietary Supplements for Erectile Dysfunction: A Systematic Review and Meta-Analysis. Borrelli F, Colalto C, Delfino DV, Iriti M, Izzo AA https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29633089

(12) Nutrients and botanicals for erectile dysfunction: examining the evidence. McKay D1 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15005641

(13) Lepidium meyenii (Maca): a plant from the highlands of Peru--from tradition to science. Gonzales GF, Gonzales C, Gonzales-Castañeda C. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20090350

(14) Subjective effects of Lepidium meyenii (Maca) extract on well-being and sexual performances in patients with mild erectile dysfunction: a randomised, double-blind clinical trial. Zenico T, Cicero AF, Valmorri L, Mercuriali M, Bercovich E. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19260845

(15) Effects of combined extracts of Lepidium meyenii and Allium tuberosum Rottl. on erectile dysfunction. Zhang Y, Zhou F, Ge F. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31215433

(16) The use of maca (Lepidium meyenii) to improve semen quality: A systematic review. Lee MS, Lee HW, You S, Ha KT https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27621241

(17) Chemical Analysis of Lepidium meyenii (Maca) and Its Effects on Redox Status and on Reproductive Biology in Stallions †.
Tafuri S, Cocchia N, Carotenuto D, Vassetti A, Staropoli A, Mastellone V, Peretti V, Ciotola F, Albarella S, Del Prete C, Palumbo V, Esposito L, Vinale F, Ciani F.
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31126050

(18) Pro-sexual and androgen enhancing effects of Tribulus terrestris L.: Fact or Fiction. Neychev V, Mitev V. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26727646/

(19) Evaluation of the efficacy and safety of Tribulus terrestris in male sexual dysfunction-A prospective, randomized, double-blind, placebo-controlled clinical trial. Kamenov Z, Fileva S, Kalinov K, Jannini EA https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28364864/

(20) Furostanol saponins from the fruits of Tribulus terrestris. Chen G, Su L, Feng SG, Lu X, Wang H, Pei YH. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22934688

(21) A review of traditional pharmacological uses, phytochemistry, and pharmacological activities of Tribulus terrestris. Zhu W, Du Y, Meng H, Dong Y, Li L. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29086839

(22) The hormonal effects of Tribulus terrestris and its role in the management of male erectile dysfunction--an evaluation using primates, rabbit and rat.
Gauthaman K, Ganesan AP. 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18068966/

(23) A review on therapeutic potentials of Trigonella foenum graecum (fenugreek) and its chemical constituents in neurological disorders: Complementary roles to its hypolipidemic, hypoglycemic, and antioxidant potential. Zameer S, Najmi AK, Vohora D, Akhtar M. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28504078

(24) Pharmacological effects of Trigonella foenum-graecum L. in health and disease. Yadav UC, Baquer NZ. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24102093

(25) Investigating Therapeutic Potential of Trigonella foenum-graecum L. as Our Defense Mechanism against Several Human Diseases. Goyal S, Gupta N, Chatterjee S. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26884758

(26) Turnera diffusa Wild (Turneraceae) recovers sexual behavior in sexually exhausted males. Estrada-Reyes R, Ortiz-López P, Gutiérrez-Ortíz J, Martínez-Mota L. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19501274

(27) Pro-sexual effects of Turnera diffusa Wild (Turneraceae) in male rats involves the nitric oxide pathway.
Estrada-Reyes R1, Carro-Juárez M, Martínez-Mota L. 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23298455

(28) Antifatigue effects of Panax ginseng C.A. Meyer: a randomised, double-blind, placebo-controlled trial.
Kim HG, Cho JH, Yoo SR, Lee JS, Han JM, Lee NH, Ahn YC, Son CG. 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23613825

(29) Ginseng, sex behavior, and nitric oxide. Murphy LL, Lee TJ. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12076988

(30) The Effects of Korea Red Ginseng on Inflammatory Cytokines and Apoptosis in Rat Model with Chronic Nonbacterial Prostatitis.
Kang SW, Park JH, Seok H, Park HJ, Chung JH, Kim CJ, Kim YO, Han YR, Hong D, Kim YS, Kim SK7
 https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30756082