5 Adaptogene Pflanzen gegen Stress

Einige adaptogene Pflanzen wie Schisandra liefern Nährstoffe, die dem Immunsystem helfen, körperlich und geistig leistungsfähig zu sein1. Andere adaptogene Pflanzen wie Rhodiola unterstützen den Organismus, sich an emotionale Belastungen und körperliche Anstrengungen anzupassen. Zudem stimulieren sie das Nervensystem2.

Adaptogene Pflanzen werden als Nahrungsergänzungsmittel empfohlen, um alle Herausforderungen im Alltag, im Studium und auch bei sportlichen Aktivitäten zu meistern. Dies liegt an ihren "adaptogenen" Eigenschaften. Das bedeutet, dass sie die Fähigkeit haben, körperliche Funktionen zu normalisieren. Zudem stärken sie die möglicherweise durch Stress beanspruchten Systeme des Organismus3.

Der russische Wissenschaftler Nikolai Lazarev hat in den 40er Jahren adaptogene Pflanzen entdeckt, als er eine wissenschaftliche Studie durchführte. Lazarev suchte nach Möglichkeiten, die Gesundheit und Leistung der Bevölkerung zu verbessern. Während seiner Untersuchungen entdeckte er, dass die Bestandteile bestimmter Pflanzen und Substanzen die Produktivität der Menschen, die sie einnahmen, anregten und steigerten. Diese Pflanzen nannte er adaptogen4.

Anfang der 1960er wurde Lazarevs Arbeit von seinem ehemaligen Schüler I. Brekhman fortgesetzt. Jahre später stellten Brekhman und V. Dardymov vier Kriterien auf, die pflanzliche Adaptogene erfüllen5:

  • Sie reduzieren den durch Stresszustände verursachten Schaden, zum Beispiel Müdigkeit, Infektion und Depression5.
  • Sie haben eine positive anregende Wirkung auf den menschlichen Körper5
  • Im Gegensatz zu herkömmlichen Stimulanzien dürfen die von pflanzlichen Adaptogenen verursachten anregenden Effekte keine Nebenwirkungen verursachen wie Schlaflosigkeit, geringe Proteinsynthese oder übermäßigen Energieverbrauch5.
  • Sie zeigen keine Toxizität und Einwirkung auf die normalen Körperfunktionen5.

Wie wirken adaptogene Pflanzen? 

Nach dem Verzehr von adaptogenen Pflanzen haben ihre Wirkstoffe die Fähigkeit, die physiologische Reaktion entsprechend jedem Organismus zu modulieren. So erfüllen die in diesen Pflanzen enthaltenen Substanzen nicht nur einen einzigen Zweck, sondern sind in der Lage, das zu „erkennen“, was der Körper braucht, um sein Gleichgewicht wiederherzustellen.

Die 5 bekanntesten adaptogenen Pflanzen

Adaptogene Pflanzen werden seit der Antike eingesetzt. Rhodiola beispielsweise hilft dem Organismus, sich an emotionalen Stress und körperliche Anstrengung anzupassen2. Dies sind die bekanntesten und zurzeit am häufigsten verwendeten adaptogenen Pflanzen:

Rhodiola

Von der Rhodiola (Rhodiola rosea L.) wird die Wurzel verwendet, um den Organismus dabei zu unterstützen, mit emotionalem Stress und körperlicher Belastung besser umzugehen2. Rhodiola schützt aufgrund ihrer adaptogenen Eigenschaften nicht nur bei körperlicher Anstrengung7, sondern trägt auch zu einer optimalen geistigen und kognitiven Leistung bei8. Sie stärkt das Herz-Kreislauf-System, fördert die Durchblutung9 und unterstützt die Verdauung10.

 

Die Pflanze stammt aus den kältesten Regionen Sibiriens und Chinas, wo die Menschen ihre Wurzel seit Tausenden von Jahren verwenden.

Vorteile von Rhodiola

Die Wurzel der Rhodiola rosea L. hilft dem Organismus, sich an emotionale und körperliche Belastung anzupassen2. Gleichzeitig stimuliert sie das Nervensystemund hat eine positive Wirkung bei Müdigkeit und stressbedingten Kopfschmerzen2. Diese Pflanze ist ebenso förderlich bei Schlafstörungen, Appetitverlust und verringerter Arbeitsleistung2.

Rhodiola wird für die Gesundheit des Magen-Darm-Trakt eingesetzt, da sie die Verdauung fördert 10.

Für Sportler ist sie ein hervorragendes Nahrungsergänzungsmittel. Sie steigert die Kraft und körperliche Kondition und verbessert die Widerstandsfähigkeit bei sportlicher Aktivität7. Als Adaptogen schützt diese Pflanze bei körperlicher Belastung. Zudem besitzt sie antioxidative Eigenschaften, die die Zellen schützen7.

Diese Pflanze trägt zu einer gesunden Durchblutung bei8. Auch wird sie mit einer verbesserten Hirnleistung und -reaktionsfähigkeit in Zusammenhang gebracht8.

Rhodiola rosea L. fördert die gesunde Funktion des Blutkreislaufs, da sie die Zellen mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt9

Ashwagandha

Die Wurzel der Ashwagandha (Withania somnifera (L.) Dunal) hilft bei Schlafstörungen11 und macht den Körper widerstandsfähiger gegen Stress11. Aufgrund ihrer adaptogenen Eigenschaften12 hilft sie, den Energiehaushalt aufrechtzuerhalten, sodass sie auch als Stärkungsmittel gilt. Sie wurde in verschiedenen wissenschaftlichen Studien untersucht, um ihre adaptogenen Bestandteile im Detail zu erforschen14,15.

Ashwagandha ist ein Strauch, der in Indien, Pakistan und Sri Lanka wächst, aber auch im europäischen und afrikanischen Mittelmeerraum vorkommt. In der Ayurveda, der traditionellen indischen Medizin, wird Ashwagandha seit Tausenden von Jahren als Heilmittel eingesetzt. Aus diesem Grund wird sie umgangssprachlich auch als „indischer Ginseng“ bezeichnet.

Vorteile von Ashwagandha

Die Ashwagandha-Wurzel hat mehrere Vorteile für den Organismus. Sie hat eine allgemeine verjüngende16 Wirkung und fördert die Gesundheit der Haut17. Dank ihren antioxidativen Eigenschaften schützt sie das Gewebe vor möglichen Verletzungen oder Schäden und die Gesundheit im Allgemeinen18.

Auch ist sie hervorragend geeignet, um die geistigen und körperlichen Fähigkeiten bei Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten aufrechtzuerhalten12. Allgemein kann man sagen, dass sie zum emotionalen Gleichgewicht und zum allgemeinen Wohlbefinden beiträgt19

Die Wurzel dieser Pflanze kann ebenfalls die Widerstandsfähigkeit des Körpers gegenüber Stress verbessern. Ihr hohes schlafförderndes Potenzial hat sich11 in mehreren durchgeführten Studien bestätigt20.

Ashwagandha steigert außerdem die Widerstandsfähigkeit, verleiht Energie, verbessert das körperliche und geistige Wohlbefinden13 und erhält so die Vitalität des Körpers13

Neben den bereits genannten Vorteilen wird diese Pflanze auch bei Paaren mit Kinderwunsch empfohlen. Sie fördert die Gesundheit der Fortpflanzungsorgane und erhöht beim Mann die Beweglichkeit und Zahl der Spermien21.

Und schließlich hat Ashwagandha gesundheitsfördernde Eigenschaften für das Herz und das gesamte Herz-Kreislauf-System22.

Schisandra

Schisandra (Schisandra chinensis (Turcz.) Baill) ist eine Kletterpflanze, die ursprünglich aus China kommt. Tatsächlich sind es ihre roten Beeren, die ihr ihre adaptogenen Eigenschaften verleihen. Sie werden hauptsächlich eingesetzt, um die Belastungsfähigkeit zu verbessern23. In der traditionellen chinesischen Medizin wird diese Pflanze bereits seit Urzeiten aufgrund ihrer stärkenden Wirkung verwendet, die ihre adaptogene Aktivität noch verstärkt24.

Vorteile von Schisandra

Zu den vielen Vorteilen dieser adaptogenen Pflanze gehört, dass sie die Fähigkeit, sich an Stresssituationen anzupassen, verbessert23. Auch hat sie eine hervorragende reinigende Funktion, die die Abbauprozesse des Organismus unterstützt25. Gleichzeitig trägt sie zu einem optimalen geistigen und körperlichen Gleichgewicht bei1. Sie hat darüber hinaus eine lindernde Wirkung, die vor allem im Winter von Vorteil ist26

Sie stärkt die physiologische Widerstandsfähigkeit des Organismus, insbesondere bei widrigen Umgebungsbedingungen27.

Sibirischer Ginseng

Der sibirische Ginseng oder Eleuterococco (Eleutherococcus senticosus (Rupr. et Maxim.) Maxim) ist ein Stachelgewächs, das aus den kalten Wäldern Sibiriens und Chinas stammt. Er ist eine der berühmtesten adaptogenen Pflanzen, da es sich um ein Tonikum handelt, das die adaptogene Wirkung verstärkt28.

Vorteile des sibirischen Ginsengs

Der sibirische Ginseng kann als Blutzuckerregulator betrachtet werden, da er den physiologischen Zuckerhaushalt unterstützt29. Aus diesem Grund wurden verschiedene Studien durchgeführt, in denen der sibirische Ginseng eingesetzt wurde, um seinen Effekt auf Diabetes zu untersuchen30.

Traditionell ist er für seine Wirkung auf den Blutkreislauf bekannt31. Er fördert eine gesunde Durchblutung und damit die Hirnleistung und Reaktionsfähigkeit. Somit unterstützt er die geistige und kognitive Aktivität32, 33

Diese Pflanze stärkt zudem die physiologische Widerstandsfähigkeit des Organismus bei widrigen Umgebungsbedingungen34 und stärkt mit ihrer antioxidativen Wirkung die Immunabwehr des Körpers35, 36. Auch kann sie in der kalten Jahreszeit wohltuend für den Hals und die oberen Atemwege sein37.

Sie hat eine entspannende Wirkung und wirkt stimmungshebend38. Darüber hinaus regt sie die geistigen und körperlichen Funktionen bei Ermüdung an und unterstützt die Genesung. Aus diesen Gründen gilt sie als eine hervorragende Pflanze für die Rehabilitation39.

Cordyceps

Cordyceps (Cordyceps sinensis (Berk.) Sacc) ist ein parasitisch lebender Pilz, der in China, Tibet und Nepal seit Urzeiten geschätzt wird. Er findet sich in der Gruppe der adaptogenen Pflanzen wieder40, auch wenn er eigentlich ein parasitisch lebender Pilz ist, der erst ab einer Höhe auf 3800 Metern Höhe vorkommt. Sein Lebenszyklus ist wirklich merkwürdig, da das Pilzmyzel auf den Raupen eines Nachtfalters wächst. Seine Sporen befallen sie im Sommer und dringen später, im Winter, in die bodenlebenden Raupen ein, während diese sich im Winterschlaf befinden. Im Frühling kommt das Myzel an die Oberfläche, um das Sonnenlicht aufzunehmen.

Einige der nachgewiesenen bioaktiven Bestandteile des Cordyceps sind: Adenin, Adenosin, Cytosin, Cytidin, Uridin, Guanin, Guanosin, Hypoxanthin, Inosin, Thymin, Thymidin, 2´Desoxyuridin und Cordycepin. Diese Moleküle sind an der Regulierung und Modulation verschiedener physiologischer Prozesse im zentralen Nervensystem beteiligt41,42.

Zu den Hauptbestandteilen gehören Polysaccharide, innerhalb derer verschiedene Moleküle nachgewiesen werden können, darunter Mannit43, eine Komponente, die umfassend auf ihre antioxidativen Eigenschaften untersucht wurde44.

Quellenagaben

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